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Brücke gegen Gewalt

Brücke gegen Gewalt

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Eine Brücke gegen Gewalt
von Peter Ryzek
Schüler des Berufskollegs hangelten sich über die Wupper – um die Gemeinschaft in der Klasse zu stärken.
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Elberfeld. Mit einer Seilbrücke über die Wupper im Schulhof des Berufs-kollegs Elberfeld setzten jetzt der Sozialpädagoge Michael Zeis und Anti-Gewalt-Trainer Uwe Fröhlich von der Jugendhilfe-Organisation Shed mit 20 Schülern zwischen 16 und 19 Jahren ein Zeichen gegen Gewalt. Zustande gekommen war die Kooperation zwischen Berufskolleg und Shed, die eine präventive Arbeit durch Mittel des Fördervereins der Schule möglich macht, bereits vor vier Jahren.

„Zuerst war ich erschrocken, aber wenn man sich auf die Sache konzentriert, ist alles ganz einfach.“

In den Übungseinheiten vor der Aktion thematisierten die Shed-Mitarbeiter in drei Schulklassen das Thema Gewalt, die den Schülern auf der Straße, in der Schule und innerhalb der Familie begegnet.
In bewegenden Diskussionen legten die Schüler dabei jegliche Scheu ab und erörterten ihre Erfahrungen mit Gewalt. Wie ist der Einzelne betroffen, wie erlebt er Gewalt und welche Regeln und Normen sind wichtig?

„Wichtig ist es, die Schulklassen am Anfang zu übernehmen“, so Michael Zeis. „Denn so lernen die Schüler, die in einer neuen Klassengemeinschaft zusammentreffen, Vertrauen und Disziplin zu schätzen“.

„Beim Projekt „über die Wupper gehen“ hat man schnell gemerkt, wie die Klassengemeinschaft zusammengewachsen ist, da genaue Verantwortlichkeiten und diszipliniertes Verhalten von jedem einzelnen verlangt werden“, erklärt Uwe Fröhlich. Bei den „Trockenübungen“ lernten die Schüler in der Gemeinschaft Lösungsansätze auszuarbeiten und Probleme selbst zu lösen.

Auch für die Lehrer, die vom Shed-Team in Fortbildungen vorbereitet wurden, bringen solche Aktionen demnach Vorteile mit sich: „Wir haben ein angenehmeres Lernklima und alles, was besprochen wird, bleibt im Raum – und das Vertrauen wächst“, sind sich die beiden Teamleiter der Klasse HA10, Nele Voigt und Sigrun Scholten, einig über die positiven Effekte.

Unter Anleitung des „Outdoor-Spezialisten“ Sven Riegler, der in Seiltechniken ausgebildet ist, wagten sich die Schüler dann ausgestattet mit Helm und Gurt, auf die den Burma-Brücken ähnliche Seilkonstruktion mit Fußseil, Geländerseilen und Sicherheitsseil über die Wupper.

Die 16-jährige Joélle spürte das gewachsene Vertrauen innerhalb der Klasse, während die zwei Jahre ältere Hajer dafür zuständig ist, dass jeder die ihm zugeteilte Aufgabe erfüllt. „Zunächst war ich erschrocken, aber, wenn man sich auf die Sache konzentriert, ist alles ganz einfach“, so der 19-jährige Cenk. René (18) brachte die Aktion auf den Punkt: „Wir haben gelernt, Vertrauen zueinander zu entwickeln und zusammenzuhalten“.